hessisch

Äwe ... 

sagt der Kunde zur Bäckersfrau: „Was is derr des Brötsche so blass! Ei, merr kennt maane, da hätt de Dhot druffgeblase!“ - „Komme Se her, ich geb Ihne des verbrannte, des hatt' de Deifel in de Dasch!“

Äwe ...

besucht der Enkel seine Großmutter: „Na, Lukas, wie isses in de neu Ferrma?“ - „Em Aale gefällt mei Nas net!“ - „Hm! Isses dann en ghude Poste?“ - „Ja!“ - „Isses aach en sichere Poste?“ - „Ja!“ - „Dann dhet ich merr die Nas obberiern lasse!“.

Äwe...

kommt ein Ehepaar ins Spielwarengeschäft, und der Mann sagt, sie hätten gerne einen Zauberkasten für ihren Bodo, der bald zwölf Jahre werde. „Awwer kaan so große“, sorgt sich die Frau, „damit ja nix passiert!“

Äwe ... 

muss alles elektrisch gehen: die Zahnbürste, der Rührlöffel, der Rasierapparat. Elektrizität bedeutet Fortschritt. Frank, fünf, der Sohn vom Hausmeister Witzel war übers Wochenende bei seiner betagten Urgroßmutter in Wöllstadt. Und als er wieder daheim war, konnte er seinem staunenden Freund Felix stolz berichten: „Die Uroma, die hat e Kaffeemiehl, die geht sogar ohne Strom, do muss mer nur noch leiern...“

Äwe ... 

kam ein Mütterchen ins Eisenwarengeschäft und verlangte „e Kneifsche“. Die Verkäuferin, ein junges Mädchen, sagte: Bitte?“ und das Mütterchen wiederholte eine halbe Tonlage höher: „A, so e Kneifsche, Frollein!“ Da dröhnte eine Männerstimme aus dem Nebenraum: Die Fraa maant e klaa Küchemessersche!“ Das Mütterchen nickte zufrieden: „Bei uns dahaam is des e Kneifsche!“ Die Stimme aus dem Nebenraum: En Kneif, des haaßt uff amerikanisch Messersche!“ Das Mütterchen nickte wieder: „Wie bei uns dahaam“. Die Verkäuferin sah klarer: „Okay, jetzt waas ich’s, Sie wolle en knife für the kitchen.“ Das Mütterchen legte wortlos die geforderten Euro hin und suchte kopfschüttelnd das Weite.